Zur Schulgeschichte von Kallham

 

(Nach Akten des Pfarrarchives von Theo Berger in "Heimat" Jg. 1910 - 1912)

 

1560 - 1530:
Im Urbar der Pfarre Taufkirchen a. Tr. heißt es:
" Da ist Pfarrer, 1 Gesell, 1 Kaplan, 1 Schulmeister, 3 Bauernknecht, 1 Bub,
3 Dirnen."
Auch in einer Notiz  aus 1587 wird neben den Zechpröbsten der
"Schulmeister" von Kallham genannt.

 

Pfarrer Joh. Grimelius schlug seinen Sitz in Kallham auf.
In dem Urbar, das er 1600 anlegte, heißt es:
"So hat der Pfarrhof samt Gotteshaus in dem Dorf Kallham für die Kirchendiener ein neu erbaut Schulhaus, darin sich ein jeder Schulmeister oder Organist wohl
behausen kann. Item daneben ein Meßnerhaus, so beide jeder ein Fleckl hat zu
einem Garten und stoßen an die Wiesen, zum Emberg gehörig."

 

Schulmeister- u. Meßnerdienst war im allg. in K. getrennt, bis gegen das 19. Jhtd.
hin. Aber mit dem Schuldienst war auch die Organistenstelle verbunden.

Das gleiche Urbar meldet auch, daß der Schulmeister und Organist von der
Kirche K. jährlich 7 Gulden, 4 Schillinge, _ Pfenning zu erhalten hatte.
 

Die Anstellung des Schulmeisters vollzog der Pfarrer.

Nach einem von Grimelius am 31. Dez. 1604 mit der Herrschatft Erlach
geschlossenem Vertrag mußte der Pfarrer der Herrschaft jede Anstellung eines
Schulmeisters berichten.
"Wann der Pfarrherr zu Taufkirchen und Kallham einen Schulmeister oder Meßner
aufnimmt, so er diesen bei der Herrschaft Erlach als Erbvogtobrigkeit, damit
dieselbe gut Wissenschaft habe, was für Leut den Gotteshäusern beiwohnen,
fürstellen; im übrigen allem außer Malefiz- (=Kriminal) und Landgerechthändel
werden sie mit völligem Gehorsam und Abhandlung auf den Kirchherrn verwiesen."

 

Im gleichen Vertrag heißt es bezüglich der Kirchen-, Schul- u. Meßnerhäuser, daß
"so etwas daran zu bauen oder auszubessern, das alles mit Vorwissen und
Bewilligung der Erbvogtei geschehen soll."

  

 

Schullehrer in Kallham

 

Paullus Harter:(Hartter)
Scheint einmal 1613 in einem von den Zechpröbsten Kallhams dem Edlen und
Festen Herrn Wolf Ekinger, Pfleger in Erlach über einen Grundtausch ausgestellten
"Wechselbrief", dann 1625 u. 1628 einigemale im Trauungsbuch als Zeuge auf.

 

Seb.Wairer (Wihrer):
1638 und 1640 genannt

 

Georg Strauß (Kraus)
1644; Ludimoderator, 1645 wird der Tod seiner Tochter verzeichnet.

 

Longinus Hausmenninger:(Hausmanninger)
1648 anläßlich der Geburt seiner Tochter Elisabeth erwähnt. Seine Ehefrau Ursula
starb am 18. Nov. 1649.

 

Johann Eckhl (Eggl, Öggl)
1652

 

Ignaz Schapfl
1653 als Organist verzeichnet.
Kinderlehrordnung aus dieser Zeit im Archiv!

 

Martin Schmidt:(Schmid)
in den Tauf- u. Totenbüchern zwischen 1660 und 1695 erwähnt.
Für ihn hat während seiner letzten Krankheit der "Kaplan von Neumarkt" den
Organistendienst versehen.
† 29. Sept. 1695.
Schmidts Witwe Margareta starb 1701.

 

Am 17. November ist ein Martin Faber "Organista hier in Kallham" als Trauzeuge
eingetragen.
War Schmidt damals krank - oder Faber 2. Lehrer.

Johann Graz, Kantor, 1681

 

Joh. Michael Rueff:(Ruef)
von 1697 bis zu seinem Tode, 10. März 1714.
Er war zweimal verheiratet, das erstemal mit der Pfegerstochter Rosina
Schickmayr in Erlach, das 2. mal mit Eva Katharina, Tochter des Matthias Hödlmair,
Bauer vom Lurhof. Diese heiratete am 15. Jänner 1715 seinen Nachfolger.
Die Kirchenmatriken nennen ihn den "Kunstreichen". Er wird als "Gernhaber"
(= Vormund) der minderjährigen Tochter seines Vorgängers Schmidt genannt.

 

Johann Dumhart (Thumbhardt): 1713
aus Kuldan (Unter-Kuldan in Südböhmen) in des "Hohenfurtnerpfarr", der als
nächster Schulmeister n. Rueff ist. Auch er wird der "Kunstreiche" genannt.

Gleichzeitig mit ihm war auch in Wendling ein neuer Schulmeister eingestellt
worden. Der Pfleger von Erlach ließ beide in die Herrschaftskanzlei kommen, um
ihnen gewisse Gehorsamspunkte vorlesen zu lassen, worüber sie dann beide ein
ordentliches Gelöbnis ablegen mußten.
Da der Pfleger dadurch nach der Meinung des Pfarrvikars den (oben erwähnten)
Vergleich zwischen Pf. Grimelius und der Herrschaft Erlach zuwiderhandelte, weil
derlei Angelobung dem Grund- u. Kirchenherrn, nicht aber der Vogtei (Herrschaft)
zustehe, legte der Pfarrvikar Joh. Gabriel Wöß beim Grafen Weißenwolf als Herr vonErlach Protest ein.

Er schrieb, daß er aus dieser Handlung des Grafen entnehme,
man wolle Erlacherseits die Kirche um ihre Rechte bringen und so sich selbst
anmaßen. Dies beweise auch, daß der Pfleger sich unterstanden habe, am
2. Fastensonntag ein Patent (Kundmachung) den Leuten durch einen Schreiber ausdem Schulhause

herablesen und publizieren zu lassen, was niemals früher war,
sondern immer von einer anderen Stelle aus geschah.
Damit soll wohl nichts Anderes bedeutet sein, als daß die Herrschaft Erlach und
nicht der Pfarrherr Grundherr über das Schulhaus sei, was ja der Pfleger
behauptete. Diese Meinung des Pflegers komme auch darin zum Ausdruck, daß er
den Schullehrer, dem der Vikar erlaubt hat, seines Weibes Vater diesen kalten
Winter durch bei sich im Schulhause zu haben, anbefohlen habe, um diese
Erlaubnis zu bitten, widrigenfalls er den Vater aus dem Hause schaffen werde.
Der Pfleger schrieb an den Grafen, daß die Herrschaft Erlach Grundherr über die
Schule sei.
Dieser Zwist wurde durch einen Vertrag vom 15. Okt. 1717 zwischen Herrschaft und
Pfarre beigelegt.
Der Pfarrer hatte das Recht, den Schulmeister aufzunehmen, war aber schuldig,

ihnmit einer schriftlichen Anweisung der Herrschaft vorzustellen, die ihm seine
Pflichten vorzuhalten und ihm das Versprechen der Befolgung abzunehmen
befugt war.
Unter diesen Bedingungen wurde 1719 Pock angestellt.

 

 

Johann Georg Pock:
vom 11. September 1720 bis zu seinem Tode 15. II. 1730.
Er war der Sohn der Bürgersleute Johann und Christine Pock von Neumarkt.
Seine Witwe Maria Elise, Hofwirtstochter von Erlach, heiratete am 31. Jänner 1731
den Nachfolger des Mannes, den

Josef, Anton Beronn (Pueran, Weran):1732
Dieser hat 1741 den Pfarrer, seinen Stiefsohn, Paul Pock, durch Verleihung des
"jetzt vakanten Schuldienstes in Taufkirchen zu einem Stück Brot zu verhelfen."
Ein 2. Stiefsohn, Thomas Pock, geb. 4. III. 1729 wurde Meßner zu Kallham.
† 26. III. 1809.
Beron † 6. Juli 1760 im 62. Lebensjahre.

 

 

 

Josef Daemon, Organist, 1746

 

Sigmund Pock:
Stiefsohn Beronns, geb. 27. X. 1726, heiratete am 23. Sept. 1760 Maria Anna,
Tochter des Schulmeisters und Organisten Anton Heppener in Meggenhofen.
Ein Ausweis aus dem Jahre seines Dienstantrittes über die Beschaffenheit der
Schule und des Unterrichtes besagt von dem Einkommen des Schulmeisters:
"Pro Solario (=für 1 Jahr) werden ihm Vermög seines verrichtenden Kirchen- u.
Schuldienst halber quartalitär (=vierteljährlich) von der dasigen Unserer Lieben
Frauen Gotteshaus Kasse Gulden 25, mithin 100 Gulden dargereicht, wovon er
noch vorhandenen Alt - Verwittibten Schulmeisterin zur Unterhaltung  den
Hauszins 25 Gulden hievon reichen muß.
Belangend nur die Deputata (Pflichtteile) und Accitentia (Unterstützungen), hat  
selber kein anderweitigen Deputata zu genießen, sondern an Accidentien

werden im Weg der obigen Gottshaus gestift und jährlich verrichtenter Jahrtägen zu seinem
Verdienst 7 Gulden 3 Schillling gereicht und nebst diesen kommen ihm auch noch
von denen zur österlichen Zeit kommunizierenden Persohnen das Zöttlgeld  ab
16 Gulden zu gnotten."

 

Damals waren 195 vier- bis sechsjährige, 96 sechs- bis achtjährige,
105 acht- bis zehnjährige und 146 zehn- bis zwölfjährige Kinder in der Pfarre.

Von diesen vielen Kindern besuchten von Ostern bis Magdalena (22. Juli)
72 Kinder die Schule, von da an durfte der dritte Teil der Bauernkinder wegen der
Hong- und Erntezeit zu Hause behalten werden; doch besuchten die meisten der
Kinder auch den Winter hindurch bis gegen Fasten hinaus die Schule nicht.
 
Schulstunden waren von 7-10 Uhr Vormittag und von 12-3 Uhr Nachmittag.

Der Schulaufseher, Vikar Gabriel Strobl von Kallham, schreibt in einem
Visitationsbericht an die " Hochlöbl. Kayserl. Landeshauptmannschaft im
Erzherzogtum Österreich ob der Enns" :
" Was die Unterrichtung der vorstehenden Kinder anlanget so scheint seind alle
sowohl in Auslegung und Unterweisung Christkatholischer Lehre nach dem neu
herausgegebenen Katechismus wie auch im Lesen, Schreiben und Raitten(rechnen)
mit besonderen Guetten, Frucht und Nutzen unterwiesen. Auch werden dieselben
wöchentlich von einem geistlichen Herrn, was sie gemelter Woche hindurch
auswendig gelernt haben jederzeit am Freitag examiniert."

Er bestätigt, daß "der Schullehrer über alle Lehrgegenstände, als da sind:
Buchstabenkennen, Buchstabieren, Lesen, Rechnen und Schreiben wie auch
Abhandlung der 1. Tabelle von Erkenntnis der Buchstaben, albereits den 20. July
in Gegenwart sowohl militär als Civil Persohnen eine öffentliche Prüfung angestellt
und gehalten hat", bei welcher sich dann die Schüler vorzüglich ausgezeichnet
haben.
(Der die Prüfung abhaltende Schulaufseher bezog dafür eine Gebühr von
3 fl pro Prüfung).

 
Schulgeld war vierteljährlich pro Kopf 15 Kreuzer zu reichen.
Zu dieser Zeit nahm das Schulwesen unter Kaiserin Maria Theresia und
Kaiser Josef II. einen gewaltigen Aufschwung.
In Kallham aber blieb alles beim Alten.

 

Als der Schulmeister 1777 sich zu äußern hatte, warum in Kallham noch nach der
alten Methode gelehrt werde u. gelernt werde, schrieb er:
"Weillen vermög der in gemelter Tabelle angefügten Kind wegen Abgang der neuen
Schulbücher, da die mehrsten sozusagen hievon als Häusler- u. Taglöhnerkinder
nicht imstande sind, solche beschaffen zu können, hat nicht angefangen werden
können."
Schuld an diesem Zustand hat auch der Schulmeister, der sich, wie es scheint,
nicht besonders warm für seinen Beruf eingesetzt hat.
Doch geduldete man diesen Zustand bis 1783.
Da wird die Vogtherrschaft vom Consilio Capitaneatus beauftragt,

den Schulmeisterin Kallham die befundenen Nachlässigkeiten im Schulhalten mir Androhung der
Dienstentsetzung zu verweisen.

 

Aus dem Jahre 1782 ist ein Ausweis erhalten, der die Zahl der schulfähigen Kinder mit 111 beziffert

(66 Knaben, 65 Mädchen), von denen aber viele "zur Winterszeit
wegen Kälte und Schnee nicht herbei können."
Die Zahl der die Schule besuchenden Kinder betrug in der
Buchstabierabteilung 23 Kinder (13 Knaben, 10 Mädchen), in der
Leseabteilung 45.

 

Die Kinder nahmen ihre Bücher (Buchstabentäfelchen, ABC-Büchlein, 1. Teil des
Lesebuches, Evangelienbuch) mit nach Hause, weilen sie es ihnen selbst
beischaffen müssen.
Eine Bemerkung im letzten, erwähnten Ausweis sagt auch "im verflossenen Winter
sind nicht mehr als 7 Kinder von der dasigen Hofmark Kallham in die Schule
gegangen. Die anderen aber von der Bauernschaft herum wegem vielfältigen
Schnee und Kälte nit herbei kommen (können), auch sowohl die von Kleinbauern,
Häusler und Inwohnern, weil sie ihre Kinder meistenteils mit 7, 8 oder mehreren
Jahren schon zum Spinnen und anderen Arbeiten, um ein Mehreres verdienen zu
können, zu Hause behalten."

 

Die Kosten der Schulheizung musste der Schulmeister, damals aus dem
Schulgeld, das im Vierteljahr 15 K für 1 Kind betrug, tragen.

 

Zu dieser Zeit schien in Kallham kein Gehilfe gewirkt zu haben.
In der Rubrik "ob der Schulmaister und der Gehilfe vorschriftenmäßig verfahren",
lautet das Urteil: "Der Schulmeister vorschriftsmäßig allein", und in der Rubrik
"Aufführung und Fleiß des Schulmeisters und Gehilfen" heißt es:
"Ist von einer anständigen Aufführung und zeigt viel Eifer".
Von einem Gehilfen kein Wort.

 

Am 11. Februar 1786 wurde zufolge "Kaiserl. Entschließung" der Lehrer an der
Hauptschule in Steyr, Sebastian Rebholz, zum Kreiskommissär und
Schulvisitator für das Hausruckviertel ernannt.
Hebung der sozialen Stellung des Lehrstandes durch seine Hochschätzung, wie sie
auch aus dieser Berufung ersichtlich ist, war Grundsatz Josef II. 
Ein Erlaß das Kreisamtes Lambach vom 25. Juli 1786, der an alle Pfarrämter ging,
"Die Geistlichkeit hat der Pfarrgemeinde auf das nachdrucksamste aufzutragen, die
Schullehrer sowohl als ihre Gehilfen, wegen Wichtigkeit ihres Amtes und damit
selbe ihr nötiges Ansehen bei ihren Schülern behaupten können, mit Anstand und
Bescheidenheit zu behandeln. Wie dem Sr. Majestät dem Schulaufseher den
1. Rang nach dem Richter, den 2. aber dem Schullehrer gnädigst angewiesen hat."
(Protokollbuch Kallham Nr. 36, Jahrgang 1786).

 

1790 wurde Kimpling vom Schulsprengel Kallham
abgetrennt u. dort eine Schule errichtet.

 

Pock Sigmund trat 1807 wegen Alter ( 81 Jahre) und Kränklichkeit in den
Ruhestand.

Der damalige Pfarrer von Kallham wollte ohneweiteres dessen Sohn, Franz Pock,
als Schullehrer anstellen, der schon 15 Jahre lang unentgeltlich als Lehrer in
Kallham wirkte.
Der Schuldistriktsaufseher machte daher (Dechant Huber von Gaspoltshofen) den
Pfarrer, Bischof Graf Gaisruck aufmerksam, daß nicht der Pfarrer oder der Pfarrhof
Patron der Schule sei, sondern der Landesfürst und zwar nach der Regel:
"Der Patron der Pfarre ist auch Patron der Schule."
Er weist daher den Pfarrer an:
"Dem Franz Pock zu sagen, das Gesuch sei in doppelter Ausfertigung beim
k. u. k. Kreisamte in Wels einzureichen. Pock habe ohnedies bei ihm ein Prüfung
(Lehrbefähigung) abzulegen. Pock möge anläßlich derselben das mit einem
pfarrämtlichen Zeugnis belegte Gesuch mitbringen; er werde es dann einbegleiten."
Tatsächlich wurde Pock Schulmeister.

 

Franz Pock: 1807 - 1840
Dieser fungierte von 1810 an als Pfarrhof Grundamtmann u. Schätzmann.
Zuvor hatte dieses Amt Andrä Eibelhuber, Meßner und zugleich
Schulgehilfe in Kallham, inne. Dieser zeichnete schon 1783 als "Pfarrmeßner und
Grundamtmann".
Dieses Amt trug 15 fl halbjahr = Schatzmann
                           in 7 Monaten: 23 fl 30 Schulgehilfengehalt

In seiner Zeit wurde das jetzige Schulhaus gebaut.
 
Am 4. August 1807 fand eine Kommission den Neubau für nötig.
Am 9. Mai 1908 erfolgte die Baubewilligung durch die k. k. Landesregierung.
Die bewilligten Baukosten sollten  8840 Gulden, 33 3/4 Kreuzer betragen.
Davon wäre vom Patron  2348 fl 30 kr , von der Grundobrigkeit 4461 fl 12 kr und
von der Gemeinde 2030 fl 48 3/4 kr zu leisten.
Gleichzeitig wurde der Herrschaft Erlach zu diesem Bau ein Vorschuß von 200 fl
aus der Religionsfondkasse (=Patron) angewiesen.
Der Bau unterblieb aber wegen des franz. Krieges und wurde erst 1819 und 1829
durchgeführt.

 

Ein Schreiben aus dem Jahre 1811:
"Löbl. königl. bayr. Landgericht!
Der Schulleiter hat von einem k. k. österreichischen Religions-Hauptschulfonds
in Linz und später von einer löbl. französischen provisorischen Regierung in Ried
ein jährliches Gehalt für einen Gehilfen pr 30 fl Con. M. Reichswähr vierteljährlich
und 40 fl in Bankozetteln von dem hiesigen Gotteshausvermögen halbjährig von der
Herrschaft Erlach erhoben.
Da nun alles was sowohl Commissariat als Vogteigegenstände betrifft, der hochlöbl
königl. bayr. Landesregierung übertragen ist, fragt der Gefertigte an, wohin er sich
betreffs der Gehaltserhebung zu wenden hat.
                                                                                              Franz Pock
                                                                                              Schulmaister in Kallham"

 

 

 Die Höhe und Art seines Einkommens ersehen wir aus seiner Einkommens-Fassion.
 

 

 

vor 1809

während der
bayr. Herrschaft

Verlust

1. Besoldung v. d. Kirche Kallham

100 fl

83, 20 fl

16, 40

2. Organistenbesoldung

13 fl

12, 30

0, 70

3. Diskantistenbes. (=Sänger)

12 fl

10

2

4. Geigerbesoldung

4 fl

3, 20

0, 40

5. Schulgehilfengehalt v.d. Kirche

40 fl

33, 20

6, 40

6. Schulgehilfengehalt v.Schulfond

30 fl

25

5

7. Mesnerbesoldung

33 fl

27, 30

5, 30

8. Für Genuß des vorlim gehabten
    Landackers

4 fl

3, 20

0, 40

9. Reinigung der Kirchenwäsche

30 fl

25

5

10. Kirchenkehren- u.reinigung

4, 30 fl

-

4, 30

11. Abstauben der Altarblätter
     und Uhraufziehen

3 fl

-

3

12. Getreide- u. Flachssammlung

130 fl

130

-

13. Schulgeld

150 fl

150

-

14. 6 Klafter Scheiter aus dem
     Kirchenfond

18 fl

18

-

 

 

 

 

Summe:

571, 30 fl

523, 50 fl

47, 40 fl

 

Zur Einkommens-Fassion Pocks:
Zur Kirche Kallham gehörte ein Wald. Die kgl. bayr. Regierung hat nun laut
Kaufvertrag vom 18. Dez. 1815 diesen Wald an Lorenz Ebergaßner auf dem
Hüblgute zu Wachling u. Joh. Wiesinger, Wagner in Holzleiten, verkauft.

 

Die Pfarrgemeinde Kallham hat ihn laut von der k.k. Landesregierung am 7. II. 1820 genehmigten Wiedereinlösungsvertrag an sich gebracht, daß die Nutzung der
Kirche gebührt und daß das forstmäßig geschlagene Holz allenfalls zur
Schulbeheizung verwendet werden soll. Größe des Waldes: 3 Joch 922 Klafter

 

Franz Pock 1840.
Er war ein sehr tüchtiger und eifriger Lehrer, der an seinem Schulaufseher
Pfarrer Reiter (1818 - 1843) einen warmen Förderer des Schulwesens hatte.
Wenn die Kreisschulaufsichtsbehörde  i. J. 1824 der Gemeinde Kallham die
besondere Belobigung für den Eifer, mit dem sie ihre Kinder zur Schule schickt und
für ihre Schulfreundlichkeit überhaupt ausdrücken ließ, so war dieser erfreuliche
Zustand das Werk Reiters, der sich übrigens das schönste Denkmal für seine
Menschenliebe durch die Gründung des Taubstummeninstitutes in Linz selbst
geschaffen hat.

 

Als Schulgehilfen dienten unter Pock:

 

·         Johann Grüll (16. Dez. 1815 - 1824)

 

·         Josef Mayringer (1825) wird zum definitiven Lehrgehilfen ernannt und erhielt
seine Anstellung als 1. Lehrer in Taufkirchen a. Tr.

 

·         Der Adstant Josef Sedlmayr wird im gleichen Jahr zum Lehrgehilfen ernannt.
Dieser Sedlmayr war ein Sohn des ersten Schullehrers, Franz Sedlmayr, von
Kimpling, der 1822 nach Taufkirchen a. Tr. und darauf nach Altenhof kam. Josef
Sedlmayr wurde seines Kallhamerpostens enthoben am 24. Juni 1829,
"da er ohnehin seinem alten Vater nach Altenhof folgen werde".

 

·         Infolge Rückkehr des Schulgehilfen Heinrich Pramberger, der in Taufkirchen
Provisor war, nach Kallham.

 

 

Auf Franz Pock folgte als Provisor der Schulgehilfe Wurmbacher, und dann als

Schulmeister Franz Markut (
5. II. 1846)
Er war ein Tischlersohn von Prägarten.
Seine Witwe bat um Belassung der Bezüge für das ganze laufende Jahr, diese
wird ihr genehmigt, gegen die Verpflichtung, für die genaue Versehung des
Dienstes, die nötige Sorge zu tragen und die damit verbundenen Auslagen zu
tragen, sowie die Besoldung und Verpflegung für den Provisor nach Recht und
Billigkeit beizustellen.
(Konsitorium 30. 6. 1846; Dekan.Gaspoltshofen, 11. 3. 1846)

 

Als Provisor wirkte nun bis Jahresende der Gehilfe Machermaier, worauf dann der
bisherige Schulleiter von Kimpling

 

Georg Achleitner, der vor 1822 auch schon als Schulgehilfe in Kallham wirkte,
zum Schulmeister in Kallham befördert wurde ( von 1846 an).

 

Machermaier kam nach Kimpling.

 

Achleitner machte sofort auf die vielen und bedeutenden Bauschäden des
Schulhauses aufmerksam - auch Markut hatte es 1840 schon getan - und setzte
deren Behebung auch durch.
1873 wurde er nach 58jähriger Dienstzeit pensioniert.

 

Bis 1865 diente als Gehilfe Ludwig Achleitner in Kallham, er kam nach Gunskirchen.
Hierher wurde Karl Duscher von Hofkirchen  a. Tr. admittiert.
Als dieser am 20. I. 1866 als Provisor nach Geretsberg kam, folgte ihm hier in
Kallham Franz Reit als Unterlehrer.
 

Die Schule Kallham war während dieser Zeit zweiklassig, wurde erst
1875 dreiklassig, aber wegen Lehrermangel wirkten bis 1878 meist 2 Lehrer hier.

 Noch zwei Männer sind für die Schulgeschichte von Bedeutung:

  1. Kardinal und Erzbischof v. Mailand Karl Cajetan, Graf v. Mailand, der als
    Weihbischof von Passau von 1801 - 1818 zugleich Pfarrer von Kallham war
    und der Schule von Kallham ein "Ob der Ennsische Landesobligation" von
    100 fl vermachte, deren Interessen zur Bestreitung solcher Auslagen, wozu
    keine gesetzlichen Hilfsmittel vorhanden sind, verwendet werden sollen.
  1. Pfarrer Andreas Mair (Mayr) (1833 -1848), der 2 Stiftungen errichtete.
    250 fl für die Schule Kallham, 350 fl für die Schule Kimpling zur Beteilung
    armer Schulkinder mit Kleidungsstücken, Schulrequisiten,...

 

Stiftbrief

 

Der hochwürdige Herr Pfarrer Andreas Mayr von Kallham hat in seinem
Testamente vom 4.Oktober 1836, und in seinem Codicille dde 17. Sept 1841
der Schule Kallham einen Geldbetrag von 250 fl c. M. mit der Bestimmung
vermacht, daß dieses Kapital gewinnbringend angelegt werde, und die
auffallenden Interessen von Jahr zu Jahr, ohne Ersparnisse daraus erzielen zu
wollen, theils:

 

  1. Zur Beschaffung schöner, gemeinnütziger, christlicher Gebet- und
    Erbauungsbücher, welche an solche ärmere Wochen- und
    Sonntagsschüler und Schülerinnen bei ihrem Austritte aus der Schule
    vertheilt werden sollen, welche sich durch Fleiß und Sittlichkeit, besonders
    durch letztere, ausgezeichnet hätten; theils:
  1. zur Anschaffung von Kleidungsstücken für ärmere Kinder, damit diese
    im Schulbesuche zur Winterzeit nicht gehindert sein mögen;
    theils auch:
  1. Zur Unterstützung minder bemittelter Eltern, zur Anschaffung von
    Schulrequisiten, und anderen für Schulkinder nöthigen Dingen, insoweit
    zur Verwendung kommen sollen, als der Betrag dieser Interessen es
    gestatten würde,auf alle drei angegebenen Verwendungsarten Rücksicht
    zu nehmen.

 


Das Stiftungskapital findet gegenwärtig seine Bedeutung in der auf das
Pfarramt Kallham vinkulierten einheitlichen ? ddo 1. August 1884 Nr. 134992
per 250 fl i.e. Zweihundertfünfzig Gulden, österr. Währung und wird in dem
Zechschrein der Kirche Kallham aufbewahrt.
Nachdem nach Anordnung des sel. Herrn Stifters die Verwaltung des
Stiftungsvermögens und die Verwendung der Interessen hievon dem jeweiligen
Pfarrer in Kallham zustehen soll, so gelobe ich hiemit im eigenen, sowie im Namen
meines Amtsnachfolgers das Stiftungskapital unversehrt zu erhalten, dasselbe
ordentlich zu verwalten und die Interessen den ? des sel. Herrn Stifters gemäß zu
verwenden.

Urkund dessen wurde dieser Stiftbrief mit zwei gleichlautenden Parrien errichtet,
wovon das eine Parre in den Zechschrein der Kirche Kallham, das andere bei der
hohen k. k. Statthalterei in Linz erlegt wird.
Abschriften dieses Stiftbriefes erhalten:
Das k. k. Statthaltereirechnungsdepartement in Linz
und die Schule Kallham.

Pfarramt Kallham,den 18. Juni 1885, Josef Prinzinger, Pfarrer

 

 

Bei Errichtung einer Trivialschule ist zu merken:

 

  1. Die Einteilung in Klassen:
    1. Diejenigen, die die Buchstaben kennen,
    2. welche buchstabieren
    3. welche lesen
    4. welche rechnen lernen.

    Man merke an:
    1. Sobald die Schüler zu lesen anfangen, machen sie zugleich den
        Anfang im Schreiben.
    2. Wo keine Schüler sich befinden, welche das Rechnen lernen, wird die
        Einteilung in die 4. Klasse ausgelassen.
  1. Die Einteilung der Lehrstunden:
    In einer Trivialschule werden Vormittag 3 Stunden Unterricht und
    nachmittags 3 Stunden Unterricht gegeben, welche in einer Schule, wo die
    Schüler von 7 bis
    ½ 8 der hl. Messe beiwohnen, also verwendet werden:

    Nr. 1 : Wo um Vormittags 7 Uhr Meß:

    Von      7 -
    ½ 8 Uhr hl. Meß
    Von  
    ½ 8 - ½ 9 Uhr lesen
    von  
    ½ 9 -     9 Uhr Buchstaben kennen
    von      9 -   10 Uhr Buchstabieren

    Wo Rechenschüler sich befinden:
    von
    ½ 8         bis auf ½ 9 Uhr    Rechnen
    von
    ¼ auf 9   bis ½ 9 Uhr          Buchstaben kennen
    von
    ½ 9         bis ¼ auf 10 Uhr  Buchstabieren
    von
    ¼ auf 10 bis           10 Uhr  Lesen

    Nachmittags:
    von 12           bis
    ¼ auf 1 Uhr    Schreiben
    von
    ¼ auf 1   bis ¼ auf 2 Uhr    Buchstaben kennen
    von
    ¼ auf 2   bis           2 Uhr    Buchstabieren
    von           2   bis auf
    ¾ 3 Uhr    Lesen
    von
    ¾ auf 3   bis           3 Uhr    abhandeln von Tabellen

    Vormittags wird das Schulgebet nach der hl. Messe gebetet und so dann die
    Namen der Schüler aus der Fleißtabellen abgelesen;
    Nachmittag geschieht das um
    ¾ auf 1 Uhr.
     
         
  1. Die Beschäftigung der übrigen Klassen, während sich der Lehrer mit einer
    insbesondere abgibt:

    Wenn einige kleinere Schüler, z. B. welche die Buchstaben kennen, oder
    das Buchstabieren lernen, mit den größeren gleich Schlag 7 oder 12 Uhr
    in der Schule erscheinen sollten, so sollen sie indessen ihre Lektionen
    überlernen, da im Anfang der Schule die größeren vorgenommen werden.
    Da die kleinsten Schüler die Buchstaben kennen lernen, sollen die von der
    2. Klasse oder die Buchstabierschüler ihre Lektionen überlernen.
    Die schlechtesten Buchstabierschüler hingegen können auch zur nützlichen
    Wiederholung beim Buchstabenlernen mitgenommen werden.

    Als die Buchstabierschüler buchstabieren, sollen die von der 1. Klasse, oder
    welche die Buchstaben kennen lernen, die auf der Tafel erklärten
    Buchstaben, welche man ihnen auf selber, bis zu Ende der Schule stehen
    läßt, mit denen auf ihren ABC-Täfelchen vergleichen, oder man kann sie
    wechselweise zwischen die Buchstabenschüler setzen  und ihnen befehlen,
    in das Buch des neben ihnen sitzenden Buchstabierschülers zu sehen, da
    selber mit seinem Zeiger auf die Buchstaben weiset und selbe ausspricht.

    Da die kleinsten Schüler die Buchstaben kennen lernen und Buchstabieren
    lernen, sollen die Lese- u. Rechenschüler schreiben.
    Die schlechten Leseschüler können beim Buchstabieren auch mitgenommen
    werden.
    Die Lese-u. Rechenschüler lesen zusammen, und da dieses geschieht, so
    sollen die Buchstabenkenner die Buchstaben ihrer Tafeln mit den auf der
    Tafel stehenden vergleichen, die Buchstabierschüler aber sollen ihre erklärte
    Lektion überlernen.

    An Ansehung des Religionsunterrichtes werden die Schüler in die obere
    Katechetische Klasse, welche den 2.Teil des Passauerischen Katechismus
    lernet, und in die untere Katechetische Klasse, welche den 1. Teil lernt,
    eingeteilt.
    Der Schullehrer unterrichtet seine Schüler am Mittwoch und Freitag
    vormittags (wie es bisher gewöhnlich war) in den Religionswahrheiten.
    Die ersten 6/4 Stunden der Schulzeit verwendet er zum Unterricht  für die
    größeren Schüler, oder die obere Katechetische Klasse.
    Die kleineren Kinder von der 1. Katechetischen Klasse sollen zur
    Vorbereitung für die höheren Religionswahrheiten aufmerksam zuhören.
    Die übrige letzte Stunde der Schulzeit soll auf den Religionsunterricht der
    kleineren Schüler oder der unteren Katechetischen Klasse angewendet
    werden.
    Die Schlechten der oberen Katechet. Klasse können hiebei zur guten
    Wiederholung mitgenommen werden.



    Die übrigen von dieser Klasse sollen ihre schon erklärten Lektionen
    auswendig lernen.

    Nr. 2 : Wo um 8 Uhr hl. Messe:

    von     7      bis             8 Uhr             lesen
    von     8      bis         
    ½ 9 Uhr             hl. Meß
    von
    ½ 9      bis             9 Uhr             Buchstaben kennen
    von     9      bis
    ¾ auf 10 Uhr             Buchstabieren
    von
    ¾ auf 10  bis       10 Uhr           abermals lesen

    Wo sich Rechenschüler befinden:
    von       7      bis              8 Uhr         Rechnen
    von
          8      bis          ½ 9 Uhr           hl. Meß
    von   
    ½ 9      bis    ¾ auf 9 Uhr         Buchstaben kennen
    von   
    ¾ 9      bis        ½ 10 Uhr         Buchstabieren
    von
    ½ 10      bis            10 Uhr         Lesen
     

1782
war die Zahl der schulpflichtigen Kinder 108 (64 Knaben, 44 Mädchen).
Die Zahl der die Schule besuchenden Kinder 45
( 13 K u. 10 M der Buchstabierklasse, 15 K und 7 M des Leseklasse).

 

 

Bericht über den Schulhausbau in Kallham
im Jahre 1927

(Nach J. Weidenholzer, Bürgermeister und Nationalrat, Hofwirt in Erlach)

 

Von den 3 Klassen der Volksschule Kallham waren bis zur Erbauung des neuen
Schulhauses zwei im alten, der Kirche gehörigen Schulhause, von welchem die
Gemeinde das Benützungsrecht besitzt, untergebracht, während die dritte Klasse
sich im sogenannten Pacherhause Nr. 19 befand.
Diese 3. Klasse war durch eine wenig vorteilhafte Zementziegeldachung
reparaturbedürftig geworden und im Jahre 1922 durch Zimmermeister Schatzl von
Kirchbach instand gesetzt worden.
Im Laufe der folgenden Jahre war die Anzahl der schulbesuchenden Kinder
gewachsen. Die durch den Krieg bedingte geringe Kinderanzahl erreicht die Höhe
der Vorkriegsjahre. Dadurch entstand eine derartige Überfüllung der drei Klassen,
daß sich die Gemeinde mit dem Gedanken einer Schulerweiterung vertraut machen
mußte.

 

Vorest wollte man einen Neubau vermeiden und eine neu zu schaffende Klasse in
einem Privathause unterbringen. Die behördlich vorgenommenen Kommissionen
der in Aussicht genommenen Räume erwies deren vollständige Nichteignung.
Daher bedeutete nur ein Neubau die Lösung der Schulfrage.

 

Der Gemeinde stand aber kein geeigneter Baugrund zu Verfügung; sollte ja der
Neubau in einem solchen Ausmaß sein, daß er auch die Räume biete für eine
Gemeindekanzlei  und Vorschußkasse. Die Gemeindekanzlei war ja bisher in einem
Gasthaus untergebracht.
Der Neubau konnte nach der gegebenen Sachlage an keiner anderen Stelle
aufgeführt werden als am Platze des alten Hauses Nr. 21 und in der weiteren
Verlängerung nach Osten zu auf dem Grund der Gastwirtseheleute Berndorfer in
Kallham.
Hierdurch würde sich der Neubau an das bereits gemauerte Pacherhaus Nr. 19
anschließen und für den Ort eine außerordentliche Verschönerung bedeuten. Der
baufällige Berndorferstadel würde verschwinden und eine Verbreiterung der Straße
einen schönen Ortsplatz sichern.

 

Hinderlich aber war diesem Plan, daß eine frühere Gemeindevertretung alle Räume
der Häuser Nr. 19 und Nr. 21 mit Ausnahme der Schulklasse und Lehrerwohnung
(beide im 1. Stock Nr. 19) auf eine Dauer von 10 Jahren verpachtet hatte.
Inzwischen waren auch das Pächterschutzgesetz und die Mieterschutzverordnung
in Kraft getreten, und der Pächter, Kaufmann Pacher, konnte nicht verpflichtet
werden, auszuziehen. Eine vom Bezirkshauptmann Götz von Grieskirchen mit
Kaufmann Pacher geführte Verhandlung verlief erfolglos.
Auf wiederholte Aufträge der Bezirksschulbehörde die Schulfrage zu lösen,
beschloß der Gemeindeausschuß  in seiner am 13. Juni 1924 abgehaltenen
Sitzung einstimmig, an einen Schulhausneubau zu schreiten.

 

Das Bekanntwerden dieses Beschlusses löste in der Bevölkerung eine
Gegenströmung aus
und es wurde eine Petition an das Land um Aufhebung des
gefaßten Gemeinderatsbeschlusses eingebracht, von ungefähr 70 Personen
unterfertigt.
Der Gemeindeausschuß hatte sich mit diesem Protest zu befassen und wies ihn
einstimmig ab.
Eine gleiche  Erledigung erfuhr die Petition bei der Landesregierung.

 

Mit den Eheleuten Berndorfer wurden neue Verhandlungen wegen Abtretung des
Stadels und des Baugrundes eingegangen.
Gastwirt Berndorfer verlangte von der Gemeinde als Ersatz einen neuen Stadel
hinter seinem Hause fix und fertig auf Kosten der Gemeinde hergestellt, weiters den
zwischen seinem und dem Hause Nr. 19 befindlichen Grund eine geregelte Zu- und
Ausfahrt vom Stadel zur Straße und die Verlegung des Weges neben seinem Hause
.

 

Auch mit Kaufmann Pacher wurde verhandelt.
Er hatte vor, sich selbst ein Haus zu bauen und so schien der Schulhausbau
gesichert.

 

Baumeister Duswald von Neumarkt wurde beauftragt, Bauplan und
Kostenvoranschlag auszuarbeiten.

 

Da kam die Schaffung eines Armenhauses dazwischen:
Das Blaslgut in Kallhamerdorf war zerstückelt worden und stand mit 6 Joch Grund
und den Gebäuden zum Verkauf da.
Einige Gemeindeausschüsse dachten daran, das Einlegersystem als unzeitmäßig
abzuschaffen und die Armen in einem eigenen Armenhause unterzubringen.
Das Blaslhaus wurde auch angekauft, ausgebaut und eingerichtet. Es wurden
Kreuzschwestern von Linz herbeigerufen und die Armen vom bisherigen Armenhaus
in Kallham, Ameisgarten, ins neue Armenhaus gebracht.

 

Alle diese Arbeiten erforderten große Geldmittel und verschlangen auch das für
den Schulhausbau reservierte Kapital, doch wurde der Neubau nur einstweilen
zurückgestellt und bildete später wiederholt den Gegenstand von Verhandlungen
im Gemeindeausschuß.

 

Ein engeres Schulhausbaukommitee wurde gewählt und beauftragt, die früher
begonnenen Verhandlungen abzuschließen.

 

Dem Kommitee gehörten an:
Bauer Johann Spanlang in Stockham
Zimmermeister Schatzl in Kirchbach und
Ziegeleibesitzer Ziegler in Lehen.

 

In der Gemeindeausschußsitzung vom 21. Sept. 1926 wurde der Bau des
Berndorferstadels an Zimmermeister Schatzl Karl vergeben, nachdem die
Verhandlungen mit Gastwirt Berndorfer abgeschlossen waren.
Die Kosten des Zimmermeisters Schatzl betrugen 2.600 S .

 

Die Verhandlungen mit Kaufmann Pacher hatten folgendes Ergebnis:
Für das Freistellen des Hauses eine Entschädigung von 300 S,
die Einrichtung des Geschäftes und die Erklärung der Gemeinde, daß innerhalb
     10 Jahre, das ist bis zum Jahr 1937, in seinem Geschäft gleichzuhaltendes
     Geschäft im neuen Hause nicht eröffnet werde.

 

 Kaufhaus Pacher

 

Der größte Teil des Baugeldes wurde durch ein bei der Landeshypothekenanstalt
in Linz aufgenommenes Darlehen beschafft.

 

Der Bauplan von Baumeister Duswald entsprach den Anforderungen der Gemeinde
nicht und so wurde Zimmermeister Schatzl beauftragt einen Bauplan zu machen,
nach diesem ist das Schulhaus auch aufgeführt worden.

 

Die Bauausschreibung gelangte an die Baumeister Duswald in Neumarkt,
Doblmair in Peuerbach und Kirchberger in Riedau.
Die Zimmermeisterarbeiten an die Zimmermeister Schatzl in Kirchbach, Mitterecker
in Raab und in Hofkirchen.
Die Offerte lauteten auf ziemlich gleich hohe Summen; von Duswald und Doblmair
je 28.000 S.
Da sich Baumeister Duswald verpflichtete, einheimische Leute zu beschäftigen,
wurde ihm der Bau übertragen.
Das günstigste Angebot für die Zimmermeisterarbeiten war das des Herrn Schatzl,
10.000 S. Ihm wurden diese Arbeiten auch gegeben.

 

Das Baumaterial mit Ausnahme von Sand, Schotter und Zement hatte die
Gemeinde beizustellen, ebenso die Fuhrwerke zu leisten.

 

Im Mai 1927 wurde mit dem Abreißen des Hauses Nr. 21 und des Berndorferstadels
begonnen.
Kaufmann Pacher übersiedelte, er hatte im Hause Nr. 21 gewohnt, in den 1. Stock
des Hauses Nr. 19, in dessen Erdgeschoß sein Kaufladen war, die Klasse und die
Lehrkraft übersiedeln ins Gasthaus.

 

Damit das Haus vollwertig sei, wurde beschlossen, es ganz zu unterkellern.
Die ausgehobenen Erdmassen wurden durch Robot und mit bezahlten Arbeitern
und Fuhrwerken weggeschafft.
Der Bau schritt infolge des schönen Wetters und einer genügenden Zahl Arbeiter
rasch vorwärts.

 

Förderlich für den Bau überhaupt war, daß ein neuer Oberlehrer, Max Schwamhofer
damals im Dorf in Aussicht stand, zu dem die Bevölkerung allgemeines Zutrauen
hatte, nachdem ihm der Ruf eines außergewöhnlich tüchtigen Schulmannes
vorausging, der seine Tüchtigkeit bereits als Lehrer in Kimpling erwiesen hatte.
Die Gemeinde ist daher einstimmig für diesen Herrn eingetreten, ebenso der
Ortsschulrat, und nach Überwindung einiger Schwierigkeiten konnte seine
Ernennung als Oberlehrer in Kallham durchgesetzt werden.

 

Oberlehrer Schwamhofer hat am 16. Nov. 1927 seinen Posten angetreten -
an diesem Tag fand die Einweihung des neuen Schulhauses durch Kanonikus
Wagnleithner von Grieskirchen unter Assistenz des Pfarrers Wolfsgruber und
Benefiziaten Druckenthaner statt;

 

Als Gäste waren gekommen:
Bezirkshauptmann Hofrat Götz, Bezirksschulinspektor Brückl, Gemeindevertretung
und Ortsschulrat, die Lehrerschaft der Umgebung und eine große Menschenmenge.

 

Die Feierlichkeiten waren im Klassenzimmer des Herrn Oberlehrers im 1. Stock,
welches festlich geschmückt war.
Beim nachfolgenden Festessen im Gasthaus Katzlberger wurden noch
verschiedene Ansprachen gehalten.

 

Die Innenausstattung des neuen Schulhauses:
Es wurde eine Wasserleitung mit automatischer Pumpe beschafft, moderne, den
hygienischen Anforderungen entsprechend, zweisitzige Bänke vom
Tischlermeister Baumgartner in Kimpling. Tischlermeister Moser von Erlach machte
die Fenster der Vorderseite, die Türen. Tischlermeister Hinke von Kallham machte
die Fenster der Rückseite. Der Glasermeister Friepeß  von Neumarkt und
Brüglhuber von Riedau hatten die Glaserarbeiten übernommen.
Die Öfen sind von den Firmen Kolosseus und Tschuden in Wels.

aus dem Heimatbuch der Volksschule Kallham

 

 

 

Schulfoto ca. 1930

Schulleiter seit 1625

 

1625

Hartter (schon 1613 als Zeuge genannt)

1638

Sebastian Wairer (Wihrer)

1644

Georg Strauß

1648

Longinus Hausmenninger

1652

Johann Eckhl

1653

Ignaz Schapfl

1655 - 1680

Martin Schmid

1681

Johann Graz, Kantor

1682 - 1696

Martin Schmid

1697 - 1714

Johann Michael Rueff ( genannt " der Kunstreiche ")

1714 - 1719

Johann Tumbhart (Dumhart)

1719 - 1730

Johann Georg Pock ( Stammvater einer Reihe von Lehrern ) + 1731

1732 - 1731

Josef Anton Beronn (Beran, Weran) + 1760

1732 - 1746

Josef Daemon, Organist

1746 - 1760

?

1760 - 1807

Siegmund Pock

1807 - 1840

Franz Pock

1840 - 1846

Franz Markhut

1846 - 1873

Georg Achleitner

1873 - 1878

Karl Redl

1878 - 1895

Michael Wagner

1896 - 1902

Isidor Hellrigl

1903 - 1912

Karl Süßbauer

1913 - 1922

Eugen Stolz

1923 - 1926

Josef Hinterholzer

1927

Hermann Huber

1928 - 1938

Max Schwamhofer

1939

Theodor Berger

1940 - 1944

Hans Mayer

1945

Fritz Kolbe
Maria Eschlböck

1946 - 1976

Hermann Wimmer

1976

Hilde Gatterbauer

1977 - 1980

Ludwig Ehrentraut

1980 - 1985

Hilde Gatterbauer

1986 - 2003

Rosa Himsl

2003 - 2013

Ulrike Gruber

2013 - 2018

Wilhelmine Zitzler

2018 - dato

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